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Ratgeber zu Rohrschellen nach DIN 3567

6 Minuten Lesezeit


Rohrschellen nach DIN 3567 sind der industrielle Standard für die Befestigung schwerer Rohrleitungen in Anlagenbau, Kraftwerkstechnik und Rohrleitungsbau. Dieser Ratgeber erklärt, was die Norm regelt, welche vier Bauformen es gibt, welche Werkstoffe in der Praxis zum Einsatz kommen und worauf Sie bei der Auswahl konkret achten sollten.

Was regelt die DIN 3567?

Die DIN 3567 (Ausgabe August 1963) beschreibt Rohrschellen in schwerer Ausführung aus Flachstahl. Geltungsbereich der Norm sind Rohrleitungen mit Nennweiten von DN 20 bis DN 500. Die Norm legt die geometrische Grundform fest: eine zweiteilige Konstruktion aus warmgewalztem Flachstahl mit gerundeten Enden, bestehend aus zwei identischen Halbschalen, die das Rohr umschließen.

Im Unterschied zur DIN 3015, die leichte Rohrschellen für Haus- und Sanitärtechnik regelt, ist DIN 3567 auf hohe statische Lasten und industrielle Einsatzfälle ausgelegt. Typisch sind Anwendungen mit langen Stützweiten, schweren Einzelrohren oder angeschweißten Unterkonstruktionen.

Hinweis zur Norm: Die DIN 3567 liegt in der Ausgabe 1963-08 vor und wird seitdem unverändert in der industriellen Praxis verwendet. Bezugsquelle der Originalnorm ist der Beuth Verlag / DIN Media. Für die konkrete Fertigung gelten zusätzlich die aktuellen Werkstoffnormen (z. B. DIN EN 10025 für S235JR).

Die vier Bauformen nach DIN 3567

DIN 3567 kennt vier Bauformen, die sich primär in der Ausführung der Befestigungslaschen – und damit im Abstand zur Tragkonstruktion – unterscheiden:

Bauform Laschenausführung Typische Anwendung
Form A Standardlaschen Universeller Standard, größter Anwendungsbereich
Form B Verlängerte Laschen Größerer Abstand zur Tragkonstruktion erforderlich
Form C Verlängerte & verbreiterte Laschen Höhere Querlasten, schwere Flanschanbindung
Form D Verlängerte Laschen (Sonderausführung) Spezialanwendungen, z. B. seitliche Abstützung

Welche Formen fertigt KWO? KWO produziert die drei Bauformen mit dem größten industriellen Bedarf: Form A, Form B und Form D. Die vollständigen Abmessungen finden Sie in den Datenblättern auf unserer Downloads-Seite.

Werkstoffe und Oberflächen

Die DIN 3567 schreibt keinen festen Werkstoff vor, legt aber die Mindestanforderungen an die mechanischen Eigenschaften des Flachstahls fest. In der industriellen Praxis haben sich drei Werkstoffvarianten durchgesetzt:

Stahl S235JR (blank oder verzinkt)

Unlegierter Baustahl S235JR nach DIN EN 10025 (früher DIN 17100) ist der Standardwerkstoff für den Großteil aller Anwendungen. Er ist für Betriebstemperaturen bis 300 °C freigegeben. Übliche Oberflächen: blank für Weiterverarbeitung bzw. Anstrich, galvanisch oder feuerverzinkt für Außenanwendungen und feuchte Innenräume.

Edelstahl 1.4301 (V2A)

Austenitischer Chrom-Nickel-Stahl für Anwendungen mit erhöhter Korrosionsanforderung: Außenbereich, Trinkwasser, viele organische Säuren, Lebensmittel- und Prozesstechnik.

Edelstahl 1.4571 (V4A)

Molybdänlegierter Edelstahl für aggressive Medien: chlorhaltige Lösungen, Meerwasseratmosphäre, Chemie und Petrochemie. V4A wird dort eingesetzt, wo Werkstoffzertifikate 3.1 gefordert werden oder eine Beständigkeit gegen Lochfraß-Korrosion nachgewiesen sein muss.

Praxis-Tipp: Bei unklarer Medienexposition oder unbeheiztem Außenbereich ist Edelstahl 1.4301 meist die wirtschaftlich sinnvollere Wahl. Die Mehrkosten gegenüber verzinktem Stahl rechtfertigen sich durch die Vermeidung späterer Materialwechsel im eingebauten Zustand.

Einsatzgebiete in der Industrie

Rohrschellen nach DIN 3567 kommen überall dort zum Einsatz, wo Rohrleitungen hohe statische Lasten tragen oder auf schwere Unterkonstruktionen montiert werden. Typische Branchen:

  • Anlagenbau und Kraftwerkstechnik – Druckleitungen, Dampf- und Mediumleitungen, oft mit Werkstoffzertifikaten
  • Rohrleitungsbau und Versorgungstechnik – Großrohrleitungen mit langen Stützweiten
  • Prozesstechnik und Lebensmittelindustrie – V2A-/V4A-Ausführungen in hygienisch anspruchsvollen Anlagen
  • Chemie und Petrochemie – V4A für aggressive Medien, korrosive Atmosphären und Offshore-Anwendungen
  • Maschinenbau und Stahlbau – Rohrträger, Schweißkonstruktionen, schwere Maschinenleitungen

Referenzkunden wie die Wirtgen Group (Straßenbaumaschinen), die Kieselmann GmbH (Prozesstechnik) und die Steinecker GmbH (Brauereitechnik) setzen KWO-Rohrschellen seit Jahren in genau diesen Branchen ein.

Gummieinlagen und Schallschutz

Eine häufige Fehlannahme: DIN 3567 regle auch den Schallschutz in Rohrbefestigungen. Das ist nicht der Fall. Schallentkoppelnde Rohrschellen fallen in den Geltungsbereich der DIN 4109 („Schallschutz im Hochbau“) – einer eigenständigen Norm.

In der Praxis werden DIN-3567-Schellen trotzdem häufig mit EPDM-Gummieinlagen ausgerüstet. Diese Einlagen erfüllen drei Funktionen gleichzeitig:

  • Elektrochemischer Schutz bei Mischmetall-Paarung – etwa Edelstahlrohr in verzinkter Schelle
  • Schwingungs- und Körperschalldämpfung – besonders relevant an Pumpen, Verdichtern und in der TGA
  • Oberflächenschutz für beschichtete oder empfindliche Rohre (z. B. Kunststoff-, Lack- oder Edelstahlrohre)

Rohrschelle nach DIN 3567 richtig auswählen

Für die Auswahl der passenden DIN-3567-Schelle sollten Sie fünf Kriterien durchgehen:

  • Rohraußendurchmesser: Nicht die Nennweite, sondern den tatsächlichen Außendurchmesser Ihres Rohrs (nach DIN EN 10220) als Maß zugrunde legen.
  • Bauform (A, B, C, D): Form A deckt den Standardbedarf ab. Bei größerem Abstand zur Tragkonstruktion oder höheren Querlasten auf Form B, C oder D wechseln.
  • Werkstoff: Innenraum ohne aggressive Medien → verzinkter Stahl. Feuchte Umgebung oder Außen → V2A. Chemie / Offshore / Werkstoffzertifikat 3.1 → V4A.
  • Gummieinlage: Bei Mischmetall-Paarung, Schallschutzanforderung oder empfindlicher Rohroberfläche zwingend einplanen.
  • Stückzahl und Lieferzeit: Standardausführungen in verzinkt oder V2A sind ab Lager verfügbar, Sonderwerkstoffe und Sondermaße werden nach Zeichnung gefertigt.

DIN 3567 bei KWO – Direkthersteller aus Baden-Württemberg

KWO fertigt Rohrschellen nach DIN 3567 seit 1993 im eigenen Werk in Wernau (Landkreis Esslingen). Als Direkthersteller ohne Zwischenhandel bieten wir:

  • Form A, Form B und Form D in den gängigen DN-Bereichen der Norm
  • Alle üblichen Werkstoffe – S235JR blank oder verzinkt, V2A (1.4301), V4A (1.4571)
  • Standardausführungen ab Lager – kurze Lieferfristen innerhalb Deutschlands
  • 24-Stunden-Reaktionszeit auf Anfragen, auch für Sonderausführungen nach Zeichnung
  • ISO 9001 zertifiziert (seit 2023) – durchgängig dokumentierte Qualitätssicherung
  • Frei Haus ab 1.000 EUR innerhalb Deutschlands

Häufige Fragen zu DIN 3567

Was ist DIN 3567?

DIN 3567 ist die deutsche Norm für Rohrschellen in schwerer Ausführung aus Flachstahl. Sie wurde erstmals im August 1963 veröffentlicht und beschreibt zweiteilige Schellen für Rohrleitungen mit Nennweiten von DN 20 bis DN 500.

Was ist der Unterschied zwischen DIN 3567 und DIN 3015?

DIN 3567 regelt schwere Rohrschellen aus Flachstahl für industrielle Anwendungen mit hohen statischen Lasten. DIN 3015 regelt leichte Rohrschellen, die vor allem in der Haus- und Sanitärtechnik eingesetzt werden.

Welche Bauformen gibt es nach DIN 3567?

Die Norm kennt vier Bauformen: Form A (Standardlaschen), Form B (verlängerte Laschen), Form C (verlängerte und verbreiterte Laschen) sowie Form D (verlängerte Laschen, Sonderausführung). KWO fertigt Form A, Form B und Form D.

Welche Werkstoffe werden für DIN-3567-Rohrschellen verwendet?

Die Norm schreibt keinen festen Werkstoff vor, sondern Mindestanforderungen an die mechanischen Eigenschaften. In der Praxis dominieren drei Werkstoffe: Stahl S235JR (blank oder verzinkt), Edelstahl 1.4301 (V2A) und Edelstahl 1.4571 (V4A).

Deckt DIN 3567 auch den Schallschutz ab?

Nein. Schallschutz bei Rohrbefestigungen fällt in den Geltungsbereich der DIN 4109. DIN-3567-Schellen können jedoch mit Gummieinlagen – üblicherweise aus EPDM – nachgerüstet werden, um Körperschall zu dämpfen und Kontaktkorrosion zwischen unterschiedlichen Metallen zu vermeiden.

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